Webinar mit Miriam Sternitzky (CPO Westwing) und Andreas Schmitz (CEO B&H Digital) – 15. April 2026 Veranstaltet von Personalwirtschaft in Kooperation mit TransFair Navigator
Knappe Budgets, unsichere Konjunktur, steigende Komplexität: Restrukturierungen gehören zur unternehmerischen Realität. Und trotzdem: Kaum ein Prozess wird schlechter gemanagt. Die häufigsten Fehler sind bekannt – und werden trotzdem immer wieder gemacht.
Am 15. April 2026 laden Personalwirtschaft und TransFair Navigator zu einem kostenlosen Webinar, das genau dieses Problem thematisiert: Wie handelt HR in Restrukturierungs-Prozessen wertschätzend, transparent und rechtssicher – damit das Employer Branding nicht leidet trotz schwieriger Entscheidungen und Entlassungen?
Die Antworten kommen von zwei Führungs-Persönlichkeiten, die nicht über Restrukturierung theoretisieren, sondern echte Einblicke aus ihrer jeweils beeindruckenden Karriere preisgeben: Miriam Sternitzky und Andreas Schmitz.
Die Speaker
| Miriam Sternitzky – Chief People Officer Westwing Group SE – Seit April 2020 Mitglied des Executive Teams – Verantwortlich für über 1.900 Talente in 11+ Ländern – LinkedIn Top Voice im Bereich HR – Seit 2016 bei Westwing – Aufstieg vom HR Generalist zur CPO – Begleitete Westwing durch den Börsengang, Pandemie-Boom und eine große Restrukturierung | Andreas Schmitz – CEO B&H Digital GmbH seit Januar 2026 – Früher: Arbeitsdirektor & GF-Mitglied bei Roche Deutschland (17.000 MA) – Global HR Business Partner bei SAP (Palo Alto & Walldorf) – CHRO bei NanoTemper Technologies – Über 20 Jahre internationale HR-Erfahrung |
Warum scheitern so viele Restrukturierungen?
Die Antwort ist unbequem: Es scheitert fast nie an der Strategie. Nicht am Budget. Nicht an der rechtlichen Vorbereitung. Es scheitert an der Handlung.
Andreas Schmitz, der als Arbeitsdirektor bei Roche Deutschland Verantwortung für über 17.000 Mitarbeitende trug und später als CHRO im Mittelstand agierte, benennt einen zentralen Denkfehler: Die Ziel-Mitarbeiterzahl wird zum eigentlichen Ziel des Prozesses. 100 Stellen abbauen – das klingt nach einem Projekt. Aber jede dieser 100 Stellen ist ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, einem eigenen Umfeld, einer eigenen Reaktion.
Die Bruchstelle liegt fast immer bei der Führungskraft. Nicht weil sie nicht wollen. Sondern weil der Druck, sich mit dem Team zu verbünden, stärker ist als der, Verantwortung zu übernehmen. Die Folge: Verantwortung wird nach oben abgewälzt. Vertrauen geht verloren. Und am Ende verfehlter Restrukturierungen steht nicht eine schlechte Strategie – sondern eine Organisation, die sich selbst nicht mehr traut.
Performance Management als Grundlage fairer Entscheidungen
Restrukturierungen entstehen selten plötzlich. Sie sind häufig das Ergebnis von Entscheidungen, die zu lange aufgeschoben wurden – im Tagesgeschäft und im Umgang mit Leistung.
Miriam Sternitzky spricht aus Erfahrung: Performance Management ist der Kern fairer Personalentscheidungen. Und das beginnt lange vor dem Restrukturierungsfall.
Miriam Sternitzky’s 3-K-Formel für Performance Management

Miriam hat auf Basis ihrer Erfahrung bei Westwing einen Rahmen entwickelt, der Performance Management vom Konzept in die Praxis übersetzt:
| K1: Klarheit Klare Ziele, klares Verständnis von Exzellenz – rollenspezifisch, nicht generisch. Jede Person muss zu jeder Zeit wissen, wo sie steht. Das bedeutet auch: kein Sandwich-Feedback (in positive Floskeln verpackte Kritik), das unangenehme Wahrheiten in Lob verpackt und damit neutralisiert. Bei Westwing wird innerhalb von Teams gerankt – und Mitarbeitende werden über ihre Einkategorisierung informiert. K2: Konsequenz Worte und Taten müssen übereinstimmen. Bei Westwing werden Beförderungsentscheidungen kollektiv getroffen. Und manchmal bedeutet Konsequenz auch frühzeitige Trennung – weil spätes Handeln dem Team und der betroffenen Person gleichermaßen schadet. K3: Kindness Nicht Weichspülen. Kindness bedeutet: Menschen genug schätzen, um ihnen die Wahrheit zuzumuten. Auch ein Trennungsgespräch kann menschlich und erleichternd sein – wenn es mit Klarheit, Respekt und echter Empathie geführt wird. |
Was bedeutet das für Restrukturierungen? Unternehmen, die Performance Management als kontinuierlichen Prozess verankert haben, treffen im Restrukturierungsfall bessere, schnellere und rechtssicherere Entscheidungen. Weil die Datenbasis existiert. Weil Dokumentation vorhanden ist. Weil Gerechtigkeit nachvollziehbar ist.
Restrukturierung ist kein HR-Projekt – sie ist ein Kulturwende-Moment

Andreas Schmitz bringt eine Perspektive ein, die in vielen Planungsrunden fehlt: Restrukturierung ist nicht das Ergebnis eines Projekts. Sie ist ein öffentlicher Kulturtest. Wie ein Unternehmen in diesem Moment handelt – ob es Klarheit schafft, ob es fair ist, ob Führungskräfte Verantwortung übernehmen – prägt das Selbstbild der Organisation langfristig.
Nicht nur die Abgehenden beobachten den Prozess. Die Bleibenden tun es noch mehr.
| Die 127-Regel: Wenn ein Mitarbeiter gekündigt wird, sind durchschnittlich 127 weitere Menschen direkte oder indirekte Beobachter. Alle 127 ziehen Schlussfolgerungen für sich selbst. Daraus folgt: Personalentscheidungen sind nie Einzelereignisse. |
Der Appell: Restrukturierungen brauchen ein System, das Führungskräfte befähigt, 100 individuelle Entscheidungen konsequent, fair und dokumentiert zu treffen. Nicht als Dach-Projekt. Als Prozess – mit 100 Einzelfällen.
| Aus der Praxis: Was wirklich scheitert Andreas Schmitz – selbst einmal von einer Restrukturierung betroffen – beschreibt, welche Fragen Mitarbeitende in solchen Momenten bewegen: Habe ich überhaupt eine Chance? Werde ich gehört? Diese Fragen sind real. Sie brauchen echte Antworten – keine Kommunikations-Bausteine. |
Arbeitgebermarke in der Restrukturierung: Verlieren oder stärken?
Restrukturierungen gelten als Killer für das Employer Branding. Aber das stimmt nicht zwingend. Es kommt auf das Wie an.
Miriam Sternitzky hat bei Westwing einen Personalabbau von rund 2.800 auf ca. 1.300 Mitarbeitende begleitet – und zeigt, dass Organisationen aus solchen Prozessen gestärkt hervorgehen können, wenn sie drei Dinge konsequent umsetzen:
- Transparenz über den Prozess – keine Chance für Gerüchte
- Individuelle Führung jedes Trennungsgesprächs – keine Massen-Kommunikation
- Kindness als Haltung, nicht als Performance – echte Empathie, kein Skript
Was bleibt, wenn Restrukturierung gut gemacht wird? Eine Organisation, die ihren eigenen Werten vertraut. Und Mitarbeitende – die verbliebenen wie die gegangenen – die das Unternehmen fair in Erinnerung behalten.
Das Webinar: Inhalte und Anmeldung
Das Webinar am 15. April 2026 (14:00–15:00 Uhr) bringt beide Perspektiven zusammen: die strategische HR-Erfahrung aus einem börsennotierten E-Commerce-Unternehmen und die operative Realität aus jahrzehntelanger Beratungspraxis in Konzernen und Mittelstand.
Themen des Webinars
- Wie HR zum strategischen Partner der Geschäftsführung in Krisenzeiten wird
- Performance Management als Grundlage fairer Entscheidungen
- Schwierige Personalentscheidungen transparent umsetzen
- Typische Fehler bei Restrukturierungen – und wie sie vermieden werden können
- Vertrauen und Arbeitgebermarke in der Restrukturierung stärken
| Webinar-Details Datum: 15. April 2026 Uhrzeit: 14:00 – 15:00 Uhr Sprache: Deutsch Veranstalter: Personalwirtschaft in Kooperation mit TransFair Navigator Moderation: Angela Heider-Willms (Redakteurin Personalwirtschaft) Zur Anmeldung: https://fazbm.eventsair.com/pwt-webinar-transfair-2026/anmeldung |
Fazit
Restrukturierung ist kein Sonderfall mehr. Sie ist operative Realität. Die Frage ist nicht ob, sondern wie sie idealer Weise umzusetzen ist. Und das Wie entscheidet über Vertrauen, Kultur und die Zukunftsfähigkeit der Organisation.
Miriam Sternitzky und Andreas Schmitz bringen zwei Perspektiven ein, die sich ergänzen: die CPO-Erfahrung eines börsennotierten Unternehmens in Transformation und die Berater-Erfahrung aus jahrzehntelanger Arbeit mit Restrukturierungsprozessen in Konzernen und Mittelstand.
Wer Personalentscheidungen fair, klar und konsequent treffen will – und dabei das Employer Branding nicht opfern möchte – sollte am 15. April dabei sein.
https://fazbm.eventsair.com/pwt-webinar-transfair-2026/anmeldung→ Jetzt kostenlos anmelden: https://fazbm.eventsair.com/pwt-webinar-transfair-2026/anmeldung



