Ein Impuls von Dr. Shahzeeb Akhtar, General Manager bei All for One – TransFair Navigator Speaker Evening Starnberg, 12. März 2026
Leadership ist eines der meist diskutierten Themen in Organisationen – und zugleich eines der am wenigsten verstandenen. Es wird mit Hierarchie verwechselt, mit Titeln, mit Seniorität. Dabei hat es mit all dem nur am Rande zu tun.
Dr. Shahzeeb Akhtar, General Manager bei All for One, hat beim TransFair Navigator Speaker Evening in Starnberg eine andere Definition eingebracht: Leadership ist ein Service, den wir an andere leisten.

Autorität ist nicht Führung
Der Unterschied zwischen Autoritas und echter Führung: Autoritas bedeutet, dass Menschen einer Person folgen, weil es die Rolle oder Struktur vorschreibt. Das funktioniert, solange sie müssen. Echter Führung dagegen folgen Menschen freiwillig – ohne zu müssen. Weil sie an die Idee glauben und der Person vertrauen.
Vertrauen durch Verletzlichkeit
Shahzeeb verweist auf die von Brené Brown geprägte These: Vertrauen entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Verletzlichkeit. Wer sich zeigt, Fehler eingesteht und Unsicherheit offen kommuniziert, beweist echte Stärke und damit Führungsqualität.
Verletzlichkeit ist das größte Maß an Mut. Und gleichzeitig der Katalysator für Innovation – weil Menschen in einer Kultur, die Verletzlichkeit zulässt und nicht ausnutzt, bereit sind, sich zu zeigen, offen zu denken und Risiken einzugehen.
| Aus der Praxis: Shahzeeb beschreibt, wie Basketball-Spieler Daniel Schröder durch Gesten, die in Performance-Umfeldern traditionell als Schwäche angesehen werden, zum Mannschaftsführer wurde: Er stellte andere in den Vordergrund, “empowerte” Team-Kollegen, gab Ihnen Raum. Shahzeeb stellt klar: Leadership zeigt sich nicht in großen Momenten – sondern in den kleinen, täglichen Entscheidungen. |
Gewohnheiten als Hebel – und als Bremse
Shahzeeb liefert einen weiteren wichtigen Impuls: 40 Prozent unserer Handlungen sind Automatismus. Das Gehirn ist effizient, es lagert wiederkehrende Prozesse ins Unbewusste aus. Was bequem klingt, hat eine Kehrseite: Viele Führungsmuster laufen automatisch ab, ohne dass sie bewusst gewählt werden.
Charles Duhigg zeigt in seinem Werk über Gewohnheiten, dass diese veränderbar sind – aber nur mit einem klaren Mechanismus. Wer sein Führungsverhalten entwickeln will, braucht mehr als gute Absichten. Sie/er braucht eine Struktur.
A-Leute schlagen A-Ideen
Eine der prägnantesten Insights aus Shahzeeb’s Erfahrungs-Schatz stammt aus dem Angel-Investor-Setting: A-Leute mit einer B-Idee sind sind gemäß Investoren der bessere Investment-Case als B-Leute mit einer A-Idee. Exzellente Menschen entwickeln Ideen weiter. Schwache Teams setzen auch starke Ideen nicht um.
Das hat direkte Konsequenzen für Personalentscheidungen: Wen man in eine Rolle bringt, ist oft wichtiger als welche Struktur oder Strategie man wählt.
Die Quintessenz aus Shazeeb’s Vortrag über Leadership
Shahzeeb schließt mit einem Satz, der einfach klingt, aber große Tragweite hat: Leader sind diejenigen, die sich zeigen – die mutig sind, auch wenn es unangenehm wird.
Es geht nicht darum, immer die richtige Antwort zu haben. Sondern darum, präsent zu sein, Verantwortung zu übernehmen, mutig zu sein und Menschen mitzunehmen – freiwillig.
| Fazit: Leadership ist kein Privileg der Position. Es ist eine Entscheidung. Und diese Entscheidung wird täglich neu getroffen. |
Der TransFair Navigator unterstützt Organisationen dabei, schwierige Personal-Entscheidungen mit Struktur zu versehen: für Führungskräfte, die nicht nur reagieren, sondern gestalten wollen.


